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Pfade

Zurück Entlang einer alten Fichtenhecke verläuft ein Weg am Fuß des Waltherhofhügels vom Tummelplatz zur Station Schönruh. Da mittlerweile vornehmlich die Station Tummelplatz von Wanderern benutzt wird und dieser Weg als Abkürzung von den westlichen Teilen von Amras zur früher einzigen regulären Station der Igler in diesem Bereich diente, geht heute nur mehr selten jemand diesen Weg. Schon liegen manchmal Äste quer über den Weg. Es ist absehbar, daß diese Verbindung aus dem Bewußtsein der Bewohner der Umgebung verschwindet....so wie auch andere - von denen wir es heute nicht einmal vermuten....

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In diesem Zusammenhang hier ein Ausschnitt aus einem Reiseführer, der vielleicht in nicht allzuferner Zukunft erhältlich sein wird (Achtung - nur Fiktion!):

Wir gehen auf ebenem Grund lichten Laubwaldsäumen entlang. Das Sonnenlicht flimmert gefiltert durch die herbstlichen Farben des Laubs. Schattierungen in gelbgrün, gelb und rot. Gefallenes Laub am Boden raschelt. Es hat im Lauf der Jahre schon eine relativ dicke Bodenschicht geschaffen. Stellenweise sprießt auch Gras auf den ebenen, sich in die Ferne öffnenden Flächen zwischen den Gehölzstreifen. Die Laubbäume die hier wachsen, wurden meist gepflanzt -auf kilometerlangen Bändern quer durch das Land. Doch jährlich kommen viele neue durch Samenanflug hinzu. Stellenweise gelingt es ihnen, auch schon inmitten der sich bildenden Grasnarben Fuß zu fassen. Meist jedoch ist ihre Leben dort kurz, da es ihnen noch nicht gelingt in die unteren harten Bodenschichten zu durchdringen.
Der Weg durch die Landschaft lässt großräumige Zusammenhänge erahnen. Der Zweck der Pflanzungen bleibt vorerst im Dunkeln. Drei Reihen von Bäumen und Sträuchern mittlerer Höhe, gepflanzt in einem Achsabstand von ca. 20m. Von Kufstein bis Landeck. Von Innsbruck in Teile des Wipptals. Für die Kinder, die auf diesen praktisch ebenen Flächen spielen, ist dieser Platz immer schon Natur gewesen. Und für diejenigen die älter sind, ist die Erinnerung schon verblasst.
Wir erwandern einen Abschnitt dieses Tirol verbindenden Naturraums zwischen Ampass und Wilten. Er ist vor allem an Wochenenden stark mit Spaziergängern aller Altergruppen bevölkert - ein beliebter Naherholungsraum der Stadt. Es ist Nachmittag - und die nun schon tiefer stehende Sonne beginnt lange Schatten zu zeichnen.
Westlich von Ampass beginnen wir den Weg entlang der mystischen Baumreihen in einem kleinen Paralleltal des Inntales. Eine Feldweg zu den Peerhöfen durchschneidet hier in ziemlich dreister Art das Band der Bäume - bildet dadurch einen idealen Zugang zu unserem Ausflugsziel. Wir steigen zuerst über einige größere Gesteinbrocken, die westlich des Weges im Strauchwerk liegen und stehen dann auf einer ebenen, leicht abfallenden Fläche mit weiter Sicht auf die Ausläufer der Stadt Innsbruck. Die Silhouette des Amraser Kirchturms in herbstlicher Klarheit steht sozusagen als Fernpunkt in unserem Blickfeld. Ein ausnehmende Ruhe geht von diesem Eindruck aus - trotz der saugenden Tiefe des Raums, die durch die in der Ferne zusammenlaufenden Baumreihen noch verstärkt wird. Es ist die Geräuschkulisse - vielmehr deren Nichtvorhandensein, die diesen Eindruck verstärkt. Zwar sind viele Spaziergänger zu sehen. Doch jeder Laut beliebt als einzelnes Element im Raum stehen, so dass man dazu neigt, sich flüsternd zu verständigen.
So gehen wir auf den Fernpunkt des Amraser Kirchturms zu. Das regelmäßige Geräusch des Schrittes der raschelnd durch das Laub zieht, das leichten Zischen beim Teilen hohen bereits abgestorbenen Grases, und das kratzenden Geräusch auf den noch spärlich vorhandenen unteren harten Bodenschichten, die den Charakter eines fast plan ebenen Gletscherschliffes haben untermalt die umgebende Stille. Wir gehen gemächlich. Aber bald ist Amras erreicht. Kurz vor dem Ort verliert sich der großzügige Raum in einem Gewirr von Tälern und Kämmen, die jedoch so von Buschwerk überwachsen sind, dass sie vorwiegend als Abenteuerspielplatz der Kinder in Amras verwendet werden. Nur jetzt im Herbst raschelt es dort an allen möglich Stellen, da viele Städter hier heraus zum Sanddorn pflücken kommen. Vor allem die sonnseitigen Flanken der Täler und die exponierten Kämme sind hier dicht mit diesen nützlichen Sträuchern bestanden. Damit bricht der Weg ab. Die Baureihen enden apprupt. Wir nutzen nun einen Durchgang in einer Wohnanlage, die den scheinbar endlosen Raum hier einfach abgeschnitten hat. Im flachen Tal dahinter erstreckt sich eine idyllische von einem Bach durchflossene Parkanlage. Sie liegt nun am Nachmittag schon sehr im Schatten. Man ahnt jedoch, wie angenehme dieser Platz im Sommer ist. Die gegenüberliegende Talflanke ist von einer ähnlichen Wohnanlage bebaut. Der Weg führt nun kurzzeitig durch den Schloßpark der diesen Teile der Baumbänder für sich okkupiert.
Auf den folgenden 500 Metern scheint man in einer anderen Welt zu gehen. Der herbe Charme des Baumwildwuchses ist hier gebändigt. Sicher - auch hier die drei Baumbänder - auch hier die beiden lang gezogenen Freiflächen - doch sieht man hier deutlich die pflegende Hand der Gärtner. Die ebenen Flächen sehen aus wie englischer Rasen - im Sommer sind sie eine beliebte Liegewiese. Etwas westlich des Aufganges vom Gasthof Bierwirt wurde am Bach bei der St. Georgskirche eine Kneippanalge errichtet, in die sich allerdings nun, da es abends schon empfindlich kalt wird, keiner mehr verirrt. Gleich hinter der Kirche (die eher als Kapelle zu bezeichnen ist - sie war ehemals ein Eingang zum Schloßpark) quert der Bichlweg in einem offenen Einschnitt die hier auf einer Terrasse verlaufenden Baumreihen. Westlich dieser Straße erstreckt sich eine Meer von flach gebauten Einfamilienhäusern mit kleinen Gärten und Innenhöfen auf dem Plateau. Die Baumreihen sind in dieser Siedlung nur mehr fragmentarisch in einzelnen Gärten erkennbar. Abermals müssen wir die vorgegebenen Richtung verlassen und uns hangseits auf den parallel verlaufenden Weg begeben.
Wir erreichen schließlich einen weiteren Einschnitt, durch den wir eine alte Villa erblicken, die noch um diese Tageszeit Sonnenstrahlen erreichen. In einigen Wochen wird sie ständig im Schatten des winterlichen Paschbergs liegen. Wir klettern einen Steig über die steile, grasbewachsene Böschung hinauf - dort wo wir bereits von unten die sich wieder fortsetzenden Baumreihen erkennen.
Der Blick nach Westen ist wieder weit. Die Ebene steigt; zur linken Hand verschwindet eine schmale Wegspur ins dunkle Dickicht. Hier sieht man bereits die intensivere Nutzung dieser Wege. Sogar Wegweiser sind angebracht. "Innsbruck-Sillhöfe 20min". Wir bleiben auf unserer Achse um unseren Baumreihen zu folgen - doch diese lichten sich bald. Der harte Untergrund liegt bar zu unseren Füssen. Seltsame Zeichen sind stellenweise zu erkennen. Trotz ihrer starken Verwitterung lassen sie noch viel von ihrer Größenausdehnung und ihrer Wirkung erahnen.
Die weiße Farbe in der sie für einen unbestimmten Zweck aufgemalt wurden, glänzt hie und da in der Sonne - hier, wo nichts mehr von den Baumreihen verstellt wird. Westwärts bergan wandern wir nun entlang der düsteren Flanke des Paschbergs. Rhythmisches Klappern im Wald - ein Güterzug fährt bergan. Ansonsten herbstliche Stille, das noch ferne Rauschen der Sill und schwache Geräuschsfetzen aus der Stadt. Wir befinden uns auf einer gewaltigen Brücke. Frei zwischen Himmel und Erde und zwischen Stadt und Land. Links dunkler Wald, rechts die ausgedehnten Parks und Sportanlagen des Stadtrandes - dahinter eine Mauer von Wohngebäuden. Fast eine viertel Stunde lang dauert die Brückenwanderung. Für kurze Zeit befinden wir uns wieder auf einer Allee. Die mittlere Baumreihe ist allerdings verschwunden. Die Neigung der Ebene wird stärker; auch schleift sich die Achse um die Nordwestflanke des Bergs herum. Vor uns erhebt sich dunkel drohend die Mauer des Bergisel, darauf thronend eine urzeitlichen Ungeheuer gleich ein metallischer Turm mit einem kopfähnlichen Oberbau. Das Äußere läßt erahnen, dass das Gebäude einmal in der Sonne geglitzert hat.
Über die Sill spannen sich zwei Bögen zum Bergisel. Sie liegen schon voll im Schatten. Während der eine nur mehr in Form eines Ringabschnitts dasteht, liegt auf dem anderen zur Stadt orientierten noch die Fortsetzung der ansteigenden Ebene, sodaß es uns möglich ist, die Wanderung direkt am Bergisel abzuschließen. Die weiterführende Achse des Weges hört hier unmittelbar bei zwei vermauerten großen Portalen auf. Während im südlichen eine geschlossen Betonmauer keine Einblick gewährt, öffnet beim nördlichen eine kleine Gittertür den Blick ins samtige Dunkel des Berges. Die austretenden Gerüche bestätigen die außen angebrachten Aufschrift "Champignonzucht".
Am westlichen Brückenwiderlager sind einige Personen damit beschäftigt Geländerteile zu reparieren. Wie sich herausstellt, Mitglieder des Vereins "Tiroler Museumsstraßen". Sie wollen dieses Bauwerk - wie auch andere in diesem Bereich als technikgeschichtliche Denkmäler erhalten und für die Freizeitnutzung aktivieren. Schlußendlich ist auch der Erhalt einer der beiden Brücken über die Sill deren Einsatz zuzuschreiben.
Unter uns fährt gerade der Mediolanum in den Tunnel ein. Nur kurz wird die Stille vom Klang der eisernen Räder durchbrochen und wir alle hier denken wohl über die Zeit nach, als die Eltern der heute dort unten im Zug Sitzenden noch selbst über den Weg der Baumreihen fahren mussten.

Wandertips

Vom Land Tirol wurde mittlerweile ein Wanderführer "Auf alten Wegen" herausgegeben. In ihm sind alle öffentlich zugänglichen Abschnitte des ehemaligen Tiroler Schnellstraßen- und Autobahnnetzes beschrieben.

Für unsere beschriebene Wanderung folgende Tips und Zusatzinformationen:

Die Regionalbahnlinie Innsbruck-Jenbach hält bei der Station Baggersee. Von dort aus gelangt man über die Peerhöfe auf einem ca. 15min langen Fußweg zum Beginn unserer Wanderung. In der Nähe befindet sich auch der Gasthof Amraserhof, ein beliebtes Ausflugsziel, ebenso wie ein beliebter Sommerfrischeort. Der Amraserhof ist auch von der Straßenbahnlinie 3 (Fahrtrichtung Ampass) aus an der Haltestelle Egerdach erreichbar.