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EDITORIAL: NEUIGKEITEN

Editorial

Martin Schönherr Dezember 2006

Vorab entschuldige ich mich für die lange Unterbrechung beim Aktualisieren meiner Homepage. Auch jetzt kann ich mir nur wenig Zeit nehmen um - daher werde ich die Bilder Sprechen lassen:

Man fragte bei meinen Beitrag zur Umgehungsbahn nach Relikten dieser Trasse. Nun hat sich die Möglichkeit ergeben einmal in die Tiefe des Geländes zu schauen. Hinter dem Stecherhof in Amras wird derzeit ein Gülletank errichtet. Dieser liegt nördlich der alten Bahntrasse. Wenn man genau schaut erkennt man den groben Sillschotter des Amraser Schwemmplateaus. Dieser ist im Bereich der Gelben Linie schräg abgeschnitten. Links davon - also ungefähr unter dem Silo des Hofs „Unterer Gratl“ sieht man die feinkörnigerer Auffüllung des alten Einschnittes, der hier wohl schon ca. 3m tief war.
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Die Igler Bahn dreht unbeirrt ihre Runden im Wald. Sie fährt weiterhin nur ab Bergisel. Wird aber an diesen schönen Wintertagen solange die Sonne da ist gut angenommen. Hier sieht man sie an der Fußwegkreuzung unmittelbar oberhalb der neuen Autobahnabfahrt.
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Die Autobahnabfahrt Innsbruck Mitte wurde am 7.12.2006 eröffnet. Noch hat sich der Verkehr nicht verlagert - das wird erfahrungsgemäß einige Monate dauern. Es sieht deshalb recht idyllisch aus - soweit man das von einer Straße behaupten kann.
Die Kunst am Bau - sprich das Steinstelenkunstwerk im Auge des Kreisels wurde noch nicht errichtet - so wie auch die anderen Außenanlagen nur teilweise fertig sind. Immerhin wurden die Böschungen bereits bepflanzt.
Da aber ohnehin die Autobahnabfahrt an sich „l´ art pour l´ art“ ist, hat die Weltstadt Innsbruck nun schon mindestens zwei Großkunstwerke - das eine um ca. 7Mio; das andere um 20? 30? 40 Mio? (wer weiß - so genau kann man es nicht ausrechnen) Euro.
In jedem Fall ist die Anlage auch für Fußgänger einen Besuch wert. Man hat werde Kosten noch Mühen gescheut, um den Wandrer wie die Katze um den heißen Brei herum zu führen (das hat zwar verkehrssicherheitstechnische gründe - schafft aber einen Umweg von ca. 150m). Für Liebhaber von Brückenuntersichten und Angsträumen mag sich das Gelände zu einem Geheimtipp entwickeln.
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Von Nordwesten her wird nun der Paschberg angebohrt. Er macht damit nun schon dem Bergisel Konkurrenz. Der Pilotstollen (im August wurde kurz darüber berichtet) wird unter der Brennerautobahnbrücke angeschlagen. Ich habe eine kurzen Abstecher in dies Sillschlucht gemacht und dieses Photos über den Bauzaun hinweg geschossen. Mit der Idylle der Sillschlucht ist hier schon seit dem Bau der Autobahn vorbei. Bei aller Kontroverse die das Brennerbahnprojekt hervorruft sollte man nicht vergessen dass diese Projekt im Gegensatz zu dem vorhin erwähnten eine Zukunftsinvestition ist.
Wir wissen ja, welches Schicksal die Brücke, die über die gegenwärtige Baustelle führt, ereilen wird.
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Es bleibt mir daher nur, allen Besuchern schöne Weihnachten mit diesem Bild zu wünschen:
Ein letzter Sonnenstrahl, der in den Schattenhängen des Paschbergs ein mageres Christbäumchen erwischt und zum leuchten gebracht hatte.
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August 2006

Wie man am 16.8.2006 nachmittags bemerken konnte, konnten offenbar doch nicht alle Fliegerbomben anhand alter Luftbilder wie diesem hier geortet werden (s.a. weiter unten zur Umgehungsbahn).
Luftbild

Kriegsrelikte sind jedoch nicht nur hier auf den Ebenen unterhalb des Paschbergs sondern in nicht geringer Zahl am Paschberg selbst zu finden.
Die Bombenkrater, über die man allenthalben im Wald stolpert, zeugen davon. Warum diese in so großer Zahl zu finden sind, ist leicht erklärt - befindet sich doch in unmittelbarer Nähe der Innsbrucker Bahnhof als kriegswichtiges Zerstörungsziel. Um den Bahnhof herum wurden viel Bausubstanz getroffen; Wilten, Pradl aber auch Natters oder Amras. Einzig und allein der Saggen bleib trotz Bahnnähe verschont. Es wird behauptet, die Jesuiten, die das Canisianum im Saggen betreiben, hätten damals ihre Beziehungen in die USA spielen lassen um vom Zerstörungswerk verschont zu bleiben - ganz hat das aber nicht funktioniert, wie der Volltreffer in die Hauptkuppel der Jesuitenkirche zeigte...).
Somit ist der Paschberg eine Art Pendant zur ebenso häufig (versehentlich - so hoffe ich) getroffenen Stadt (.z.B auch das Bartlmäkirchl); nur das eben Bomben, die nicht zündeten, dort noch ungestört bis zu den nächsten Grabungsarbeiten schlummern.
Ob es nun wahrscheinlicher ist bei Föhn am Paschberg von einem Baum erschlagen zu werden oder die Gefahr eher konkret unter der Erdoberfläche lauert, sei dahin gestellt.

Die Bombenkratergeschichte bringt mich aber dazu, ein lange aufgeschobenes Thema zu bearbeiten. Vor ca. vier Jahren -die Paschberghomepage war bereits entstanden, ergriff ich mit meinem Arbeitskollegen Elmar die Gelegenheit einen damals aufgestellten Orientierungslaufparkours am Paschberg - sozusagen als Nachhut der professionellen Läufer - zu erwandern. Mit Kompass und Landkarte ging es "querwaldein" los. Zuerst krebsten wir in diversen Haselnussgehölzen südöstlich von Tantegert herum, um uns anschließend die Ostflanke des Lanserkopfs entlang hochzuarbeiten.
Um die Peilung nicht zu verlieren, empfiehlt es sich dabei entweder markante Teilziele zwischen den einzelnen Zielpunkten anzupeilen oder aber den direkten Weg zu wählen. Bei letzterer Wahl kann man aber nur in den seltensten Fällen von einem Weg sprechen. Vielmehr unterzieht man sich einer Tortur, indem man sich durch Brombeergestrüpp arbeitet oder über felsdurchsetzte Steilhänge im Pilgerschritt vorwärtskämpft.
Das Gemeine an der Zielpunktwahl war dabei, das bis zuletzt nie klar war, ob die gewählte Peilung auch annähernd stimmte. Die Zielmarkierungen waren nämlich vorsorglich hinter Felsen, unter Büschen oder in Bombenkratern versteckt. Vor allem bei diesen Kratern kann man mitunter zwei Meter davor stehen und noch immer nicht erkennen, ob man den richtigen Krater angepeilt hat. So hat also die anthropogene Überformung des Geländes in den vierziger Jahren dazu beigetragen, den Paschberg als Sportgerät für die zugegebenermaßen auch martialischen Ursprüngen entstammende Sportart des Orientierungslaufs attraktiv zu machen.
Nutzen der damaligen Wanderung war aber bei aller Anstrengung die Entdeckung neuer Seiten des Paschbergs, die auch ihren Niederschlag in den Wandertips gefunden haben. Die "Wildnis" beginnt bereits knapp neben dem Wanderweg.

Juli 2006

An allen Ecken und Enden des Paschbergs herrscht hektische Betriebsamkeit. Waren es im Frühling die Schlägerungsarbeiten an der Nordwestflanke oberhalb der Villerstraße zur Beseitigung von Bäumen die vom Borkenkäfer befallen wurden, so sind es nun die in die Endphase gehenden Arbeiten an den Kunstbauten der AIM.
Zugleich wächst im Angesicht des Paschbergs die das EM-tauglich zu machende Fußballstadion empor.

Im Kessel des alten Steinbruchs

Im Kessel des alten Steinbruchs

Im Kessel des alten Steinbruchs

Hier sieht man den Kahlschlag am borkenkäferverseuchten Wald. Die markanten Klippen in den Steilhängen des Paschbergs sind nun dort an seiner entblößten Flanke gut zu erkennen. Am Poltenweg wurde ein Seilkran installiert, um die Stämmen nach oben zu transportieren.

Im Kessel des alten Steinbruchs

Zugleich beginnen auch geologischen Erkundungsarbeiten für den Pilotstollen des Brennerbasistunnels, dessen Beginn am rechten Sillufer zu Füßen des Paschbergs liegen wird. So klein und unauffällig diese Bohrmaschine sein mag - nicht anders sahen die Vorabreiten zur Unterinntalbahn vor bald 10 Jahren aus.

Im Kessel des alten Steinbruchs

Im Kessel des alten Steinbruchs

Mittlerweile nehmen die Konturen des Kreisverkehrs für die AIM Gestalt an. Die geschwungene Stützmauer rechts im Bild folgt diesem Kreis. Auf dem zweiten Bild sieht man die Brücke zur von Osten kommenden Verzögerungsspur. Es werden gerade die Gerüste für die Schalungen plaziert.

Im Kessel des alten Steinbruchs

Im Kessel des alten Steinbruchs

Kaum 300m vom Nordabhang des Paschbergs entfernt sind die Bauarbeiter eifrig mit dem Zusammensetzen eines großen Metallbaukastens beschäftigt. Für zwei oder drei Fußballeuropameisterschaft-Spiele wird hier für 30 Mio Euro die Kapazität des Stadions verdoppelt. Hernach soll das jetzt hinzukommende wieder abgebaut werden. Immerhin darf man darauf hoffen, dass bei den steigenden Stahlpreisen zumindest eine gute Wertanlage entsteht. Von der Anbindung des Stadions an das Straßenbahnnetz redet allerdings keiner mehr.
Mag der Bau auch noch so sinnlos sein - die Baustelle ist interessant - Fatalismus macht sich breit - wenn schon die Bauten ziemlich unausgegoren hingeklotzt werden so haben doch die Baustellen eine Unterhaltungswert und sind sicher (unter Ausblendung des größeren Zusammenhänge) technisch bemerkenswert.
Irgendwie kommt einem das in Innsbruck mittlerweile bekannt vor. Ach ja!

Die sagenhafte Baustelle am Gegenhang. Sie gedeiht - und ist (man mag über die neue Hungerburgbahn denken wie man will) eine technisches Gustostückerl. Auch geben die Baustelleneinrichtungen neue Perspektiven auf die Stadt frei - wie z.B. auf diesem Panorama, das von der Arbeitsplattform des rechtsufrigen Pylons der neuen Innbrücke aufgenommen wurde und das neben dem Canisianum auch den Paschberg in voller Länge zeigt.

Im Kessel des alten Steinbruchs

Und was sagt der Paschberg zu allem?
Nichts.
Ich denke hier bleibt nur auf das vorhergegangene "Bären"-Editorial zu verweisen (s.u.). Dereinst wird auch der Paschberg von einer nächsten Eiszeit dahingehobelt sein und mit im manches andere wie die Autobahn (na und?), die Igler (leider!). Bis zu letzterem ist´s hoffentlich noch lang; sollten wir bei der Autobahn bleiben, kommt dieses Ende vielleicht schneller....


Mai/Juni 2006

Bären am Paschberg. Man soll es nicht verschreien - doch es bleibt zu hoffen, daß solche Vorfälle eher auszuschließen sind.
Die Vorgänge um den Bären JJ1 (Bruno) machen deutlich, wie hoch der Wert unserer gebändigten Natur ist. Innerhalb kurzer Zeit können jahrhundertelange Bestrebungen des Menschen, sich die Natur untertan zu machen, zunichte gemacht werden. Die Wildnis kann schneller zurückkehren, als man sich denkt - und mit ihr die verderbliche, grausige und unbarmherzige Natur, quasi die Fortsetzung der Marktwirtschaft in einem lebendigen, aber seelenlosen Umfeld.

Natur hat keine Seele. Sie geht ihren Weg ganz von alleine. Ohne Zutun des Menschen. Sie wird das auch noch tun, wenn es uns und v.a. unsere Zivilisation längst nicht mehr gibt.
Wir haben es uns hier (in Tirol, in Innsbruck, am Paschberg...)gemütlich eingerichtet.
Dennoch sind wird nur Gast. Geduldet. Nicht das Natur dulden würde. Sie (die Natur) hat uns gar nicht bemerkt. Selbst wenn wir noch so viele Triebhausgase produzieren und Boden zerstören sollten wird sie uns nicht bemerken. Sie wird auch nicht aufatmen, wenn wir dereinst verschwunden sind.

Die Natur geht einfach ihren Gang.
Natur ist nicht das nette Vögelchen am aktuellen Titelbild. Auch nicht der schöne Wald am Paschberg (den ich wohl auch in manchem Text fälschlicherweise umgangssprachlich als Natur bezeichnet habe).
Das alles sind nur Symptome der Natur. Symptome sind auch wir, sofern wir uns nur als funktionierende Lebewesen sehen, und alles was wir so tun. Die Natur braucht nicht geschützt zu werden - wohl aber deren Symptome.....
Doch wie sieht es mit diesen Symptomen aus? Der Ökologe kennt den Ausdruck "Anthropogen überformtes Biotop". Das bedeutet so viel, wie eine durch den Menschen veränderte Natur. Der Mensch hat also in den Lauf der Natur eingegriffen. Allerdings nicht als "funktionierendes Lebewesen" ohne Gefühlsregungen sondern mit Wertvorstellungen, Hoffnungen, Ängsten und anderen Schwächen, die in der Natur (angeblich) keine Existenzberechtigung haben. Diese Schwächen mögen das wiedernatürliche im System sein - und zugleich das, was uns von anderen Symptomen (also Merkmalen) der Natur unterscheidet.

Gegenwärtig leiden wir unter einer Persönlichkeitsspaltung.

Einerseits treten wir Merkmale der Natur, wie Luft oder Freiraum, die wir zu unserem leiblichen Überleben brauchen mit Füssen.
Andererseits hegen und pflegen wir Merkmale der Natur, denen nur wenige unter uns gewachsen sind. Die Wiederansiedlung von Bären mag dafür ein Beispiel sein.

Der Bär ist eine Erinnerung aus den Zeiten, in denen der Mensch begann seine Umgebung zu formen. Eine Erinnerung daran, in welchen Merkmalen sich Natur früher einmal offenbarte. Und einen Erinnerung daran, wie überlebensnotwendig es für die Menschheit war, sich durch die Bändigung dieser Merkmale einen Lebensraum zu schaffen.
Wir leben in einem anthropogen überformten Biotop. Und nicht nur die unter uns, die die Stadt Innsbruck nicht verlassen. Unser Land ist längst keine "Jungfrau" mehr. Selbst im Karwendel bewegen wird uns eher in einem Garten.

Und gerade darin liegt das Problem. Es gibt kein Zurück mehr. Wir können nicht sagen "sowohl Wildnis als auch Zivilisation". Wir müssen uns für einen Weg entscheiden.
Zivilisation bedeutet nicht Zerstörung, sondern Kultivierung. Es bedeutet etymologisch betrachtet neben Landbau (Urbarmachung) auch Pflege, Geistesausbildung und Verehrung.
Wir werden unsere Zivilisation nicht damit adeln, ihrem Lebensraum Bären (die in diesem Lebensraum kein Auskommen mehr finden können) aufzupfropfen. Damit gestehen wir lediglich ein, daß unser Gesellschaft nichts wert ist (was vielleicht augenblicklich stimmt), und daß wir hoffen, daß diese (edeln?) Wildtiere wieder die Oberhand übernehmen werden.


Der Paschberg ist einer von vielen Erholungsräumen, der nur mehr entferntes Merkmal der Natur ist. Man kann hier wie vielerorts in Tirol die Erinnerung an Natur durch einen Filter erfahren. Nur so ist es möglich zu einem Naturliebhaber zu werden. Das mag schon bei vielen historischen Abhandlungen erörtert worden sein - doch gerät es in Vergessenheit.
Die feindliche Natur bleibt in unserem Lebensraum großteils ausgeklammert. Das war ein großes und vor allem zeitlich langes Stück Arbeit. Es ist in Mitteleuropa sowie Teilen Süd und Nordeuropas besonders gut gelungen.
Es ist eine Errungenschaft unsere Kultur. Wir sind dadurch aber auch verwöhnt worden. Wir nehmen die Gefahr dahinter nicht mehr so ernst. Und wir muten daher dem Werk unsere Vorfahren zuviel zu. Nur dünn ist die Haut, die uns von der Wildnis trennt. Unsere Gesellschaft lotet ihrer Grenzen wieder aus und wird erkennen müssen, daß sie noch immer dort sind, wo sie vor tausenden Jahren waren.

Wir sind im Begriff die Wurzeln unserer Zivilisation zu vergessen und wir laufen Gefahr wieder bei Null beginnen zu müssen. Wir wähnen uns gemütlich eingerichtet und haben uns verzettelt in allzu viele Aufgaben die scheinbar unseren Lebensraum bequemer machen sollten. Dort eine Straßenlückenschluss, da eine Umfahrung, daneben Gewerbegebiete, Einfamilienhäuser im Nirgendwo und zuletzt als Ehrenbezeugung an die Natur vereinzelt ausgesetzte Bären.
Hinter der dünnen trennenden Haut lauern aber wie ehedem Tod und Verderben. Die dünnen Haut ist dabei nur im übertragenen Sinn zu verstehen, da es um das Wesen der Dinge geht, die wir in die Welt setzen. Diese sind und bleiben Teil der Natur. Wir haben uns die Wildnis wieder in unseren mühevoll geschaffenen Paradiesgarten geholt. Ob übermäßiger Straßenbau oder Bären ist dabei nebensächlich.


Einige Wahrnehmungen zum Abschluss, die diesen Artikel zum Thema Natur anregten.

Zum Bären

Lt. Meyers Universallexikon ist der Bär ein (sich zwar überwiegend vegetarisch ernährendes) Raubtier, das oft umfangreichen Wanderungen ausführt. Der Bärenkult ist eine der ältesten Religionen.

Ein Bär braucht ein Revier in mittleren Höhen von ca. 100km². Versuchen sie einen Kreis mit ca. 11 km Durchmesser (allenfalls in Streifen zerschnitten) so in Tirol unterzubringen, daß es keine Berührungspunkte mit größeren Siedlungen gibt. Anzunehmen ist, daß der Bär grundsätzlich einen ähnlichen Siedlungsraum bevorzugt, wie es der Dauersiedlungsraum des Menschen ist.

Zum Naturschutz

Warum gibt es so viel Tierliebe, soviel Baumaktivisten, aber nur wenige die sich mit den Merkmalen der Natur als Gesamtheit befassen. Oder sind letztere nur zu still (wäre immerhin möglich)? Naturschutz ist auch Menschenschutz. Kultur ist Pflege. Ist Naturschutz und Kulturschutz eines?

Zum Verkehr

Allgemein wird festgestellt, daß restriktive Maßnahmen im Straßenverkehr nur dazu führen, daß der Verkehr in andere Bereiche eindringt, in denen man es bisher ruhig hatte. Die Handhabung des Individualverkehrs wird damit immer mehr zu einer Art Krankheitsbekämpfung, deren Auswirkungen auf den Lebensraum mit dem einer Entziehungskur zu vergleichen sind.

Warum überhaupt das alles - und gerade hier auf dieser Homepage?

Ich beobachte in Gesprächen mit manchen Freunden und Arbeitskollegen, daß Versuche positiven zivilisatorischen Veränderungen das Wort zu reden (und damit meine ich z.B. ressourcensparende Maßnahmen, Schutz von bestimmten Merkmalen der Natur) als schwarzseherische Tendenzen verstanden werden. Allgemein wird z.B. die Peak-Oil Theorie verneint, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Ressourcensparen hat also beispielsweise schon den Anstrich des Herbeiredens von Unheil. Ebenso das Fahren mit der Igler statt mit einem Auto nach Igls. Die Angst muss tief sitzen, wenn solche Aussagen bereits als Bedrohung empfunden werden.
So bleibt in mir eine gewisse Verständnislosigkeit zurück, da doch sonst im modernen Management so oft von positiven Herausforderungen gesprochen wird. Das Ende des Öls und der automobilen Gesellschaft ist doch eine Chance ersten Ranges, Neues zu schaffen!

Und schon aus diesem Grund bereitet es mir (mea culpa) diebische Freude diesen kulturpessimistischen Text in Umlauf zu setzen, von dem ich zugleich hoffe, daß er niemals eintreten wird.



April 2006

Das Bahnwärterhaus in Tantegert in neuem Kleid
der Beginn der Bauarbeiten am großen Kreisverkehr der Autobahnabfahrt Mitte und nicht zuletzt
die Downhillbiker fielen mir bei einem Abstecher auf den Paschberg auf.


Vom Wert der "Gstetten"
Die sechziger und siebziger Geburtsjahrgänge wissen damit noch recht viel anzufangen....der damals noch ungebändigte Baggersee mit seinen Dünenlandschaften und Schotterbergen....Brachflächen in Reichenau, Höttingerau und Olympischen Dorf - die Plätze der Abenteuer der Jugend.
Doch wo geschieht das heute?

Im Kessel des alten Steinbruchs

Bis jetzt hatte ich davon ja nur die Spuren gesehen und gelegentlich eine Gruppe von Bikern in der Igler. Erstmals konnte ich nun eine solche Gruppe in "freier Wildbahn" bei Durchqueren eines der Steinbrüche beobachten. Man nennt diese Art des Fahrens "Freestyle" bzw. "Downhill". Hier in der Freiheit der Wälder fechten die heutigen jugendlichen Ritter ihre Turniere aus - kaum 15min entfernt vom einstmaligen Turnierfeld am Tummelplatz.
Auf die Frage, welcher Trail (Paschberg oder Nordpark-Singletrail) nun besser sei, antwortete einer der Biker, daß schon dieser hier mehr hergibt, weil er wilder und improvisierter sei. Was soll man noch mehr dazu schreiben - es gibt sie noch -gottseidank- die Gstetten...diese ungestalteten Freiräume, die eine Gesellschaft braucht, um ihre Aggressionspotential zu minimieren. Wer hätte das gedacht - am Paschberg!

Die AIM nagt am Berg.

Nun nimmt die neue Autobahnabfahrt Innsbruck Mitte Gestalt an. Unter der Paschbergbrücke entsteht eine gewaltiger Kreisverkehr, dessen Konturen sich bereits an den bergseitigen Aushubabreiten erkennen lassen.

Aushubarbeiten unterhalb der Iglerstrecke

Sieben Straßen werden in diesen Kreisel einmünden.
An Sinnlosigkeit steht dieses Projekt dem in WM-Adaptierung befindlichem Fußballstadion in der Nachbarschaft oder der neuen Hungerburgbahn um nichts nach. Die Agonie (hoffen wir´s) der automobilen Gesellschaft?

Der Bau der ersten Beschleunigungspur und Brücke beginnt

Man darf gespannt sein, ob in der morgendlichen Stoßzeit der MIV von Igls oder Aldrans noch in den Kreisverkehr einfahren kann oder vom einmündenden/abfahrenden Autobahnverkehr ausgehebelt wird.

Tantegert - Neu
Vielleicht auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig - das Bahnwärterhaus in Tantegert wurde renoviert. Die neuen Bewohner haben bereits in den letzten Jahren viele Erhaltungsarbeiten am Gebäude durchgeführt und den Garten sehr schön gestaltet (man beachte vor allem die seltsamen Steine mit Gesichtern, die ein Südtiroler Künstler gemeißelt hat.

Tantegert 2006, renoviert

Nun erstrahlen alle Holzbauteile des Gebäudes in eine erdigelben /olivgrünen Farbkombination. Die Farbe passt sehr gut. Vor allem wirkt das Gebäude nun wärmer als in seiner alten Farbgebung. Die horizontale Schalung sticht noch etwas hervor. Man muss sich dazu aber vergewärtigen, dass dieser Bauteil bereits eine Aufstockung aus früherer Zeit ist, und diese Holzschalung auch schon auf dem älteren Bild auf dieser Homepage zu erkennen ist.

Frühjahr 2006

Nun gibt es erstmals eines verweissensitive Landkarte. Sie können nun an allen Stellen, die auf dem Lageplan des Paschbergs "anspringen" zugehörige Bilder im eingebetteten Frame laden.

Now I have installed a sensitive map where you can touch slected points that are linkes directly to related pictures.

Winter 2006 (aktualisiert im März 2006)

Die Innsbrucker Umgehungsbahn


Im Zuge der Bebauung des Tivoli-Areals ist man dabei gefährliche Altlasten auszugraben. Durch die Nähe zum Bahnhof hat das Gebiet im zweiten Weltkrieg eine hohe Anzahl verfehlter Bombentreffer erlitten. Nun nimmt man -um Gefahren abschätzen zu können- alte Luftaufnahmen zur Hand, auf denen auch andere Dinge zu erkennen sind....

Lageplan

Zu Füßen des Paschbergs erstrecken sich bis zur Wiesengasse noch immer recht ausgedehnte Felder. Nur wenig wissen heute, dass es dort bereits einen Vorgänger der heutigen ÖBB-Strecke gegeben hat, mit der Züge auf der Fahrt zum Brenner den Bahnhof Innsbruck umfahren konnten. Damals war der Bau dieser Strecke jedoch kriegsbedingt - es geschah um dem großteils zerstörten Hauptbahnhof auszuweichen.
Das obige Bild zeigt den Verlauf der Umfahrungsbahn - zum Vergleich mit heutigen Anhaltspunkten (v.l.n.r. Eisstadion, DEZ, Baggersee, Rumerhof).

Ich versuche hier in Kurzform das zu dokumentieren, was man von dieser Bahn heute noch sehen kann.
Anhaltspunkt dabei war zuerst ein Photo (aus der Bildsammlung Pfannenschwarz) eines Bombenangriffs auf Innsbruck von den Feldern südlich der Wiesengasse aus gesehen. Dem geübten Betrachter sticht eine geschwungene Spur, begleitet von Masten ins Auge. Wenn man ganz genau hinsieht, kann man auch die Ausleger der Oberleitungsmasten erahnen.

Photo Sammlung Pfannenschwarz

Doch wie verlief die Bahn beginnend vom Bahnhof bis nach Loretto westlich von Hall? Auskunft können hier alte Landkarten (wie oben) und ein Aufklärungsphoto aus dem Jahr 1945 geben.

Aufklärungs - Luftbild

Die eingleisige Strecke verlief von Wilten kommend in einem gestreckten Schwung hinunter in die Reichenau. Dabei senkte sich das Planum beginnend östlich der heutigen Wendeschleife der Linie Drei die ca. 10 Höhenmeter bis zum heutigen Wohnblock "Stadtmauer" westlich des DEZ. Der Einschnitt der Bahn lag unmittelbar nördlich der Bauernhäuser an der Philippine-Welserstraße.

Heute zeugt nichts mehr von diesem Trassenverlauf. Nur einzelne Einrichtungen der Bahn sind noch zu finden. Die Spuren der Bahn wurden relativ rasch beseitigt. Im olympischen Dorf und auf den Thaurer Feldern finden sich die Spuren der Trasse noch bis Ende der Fünfzigerjahre. Auf den Amraser Felder wurde dagegen schon davor der grossteil der Strecke entfernt.

Dort, wo einst die Strecke vom Brenner kommend zum Bogen nördlich der Bartlmäkirche ansetzte, ist vom breiteren Bahndamm kaum mehr etwas zu sehen.

Abzweigung Brennerbahn

Das östliche Widerlager der Sillbrücke ist aber noch erhalten. Gut erkennbar sind vor allem die eingerammten Stahlträger die zum Schutz gegen Auskolkung im Fluss eingerammt wurden. Die Betonplattform des eigentlichen Widerlagers ist noch vorhanden - aber von Vegetation überwuchert.

Sillbrücke Widerlager

Die Brückenfundamente im Bereich des O-Dorfs sind bei Niedrigwasser zu erkennen. Darauf hat mich Prof. Werner Haupt aufmerksam gemacht - der dankenswerterweise dieses Bild zur Verfügung gestellt hat (aufgenommen am 12.3.2006):

Gewerbegebiet Hall/ Thaur

Dann verliert sich die Spur der Bahn auf eine lange Strecke. Erst im Bereich von Thaur und Hall sind die Spuren wieder vorhanden - hier dafür umso klarer. Dieser Teil der Bahn wird nämlich noch immer als Industriegleis genützt. Es sieht allerdings so aus, als hätte der westlichste Teil der Strecke in letzter Zeit nur mehr wenig Verkehr gesehen; die Oberleitung des Anschlussgleises, das bis zur Firma Köllensberger reicht, ist längst entfernt. Dabei ist anzumerken, dass des westliceh Teil dieses nAnschlußgleises nicht den exakten Verlauf der Umgehungsbahn darstellt; erst wo sich die Trasse der ÖBB Hauptstrecke annähert (östlich des Löfflerwegs) bewegt man sich tatsächlich auf geschichtsträchtigem Boden.

Gewerbegebiet Hall/ Thaur

Der logische Nachfolger dieser Bahn ist der Umfahrungstunnel Innsbruck, der nun seit mehr als zehn Jahren den Eisenbahngüterverkehr zum Brenner um den Innsbrucker Ballungsraum herumleitet und Teil der Unterinntaltrasse sowie Zulauftunnel zum Brennerbasistunnel sein wird. Nicht mehr wie ehemals zu Füssen des Paschbergs und mitten durch Amras verläuft heute dieser internationale Schwerverkehr, sondern verborgen in den Tiefen des Paschbergs und des dahinterliegenden Mittelgebirges. Leider gilt das selbe nicht für die Autobahn.





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